Sonntag, 19. September 2010

Kreta 2010 - Ein Reisebericht


Dieses Jahr verbrachten mein Schatz und ich unseren Sommerurlaub auf Kreta.
Am 12.07. ging es morgens gleich los, so dass wir gegen 14.00 Uhr am gleichen Tag in unserem Hotel ankamen. Wir hatten das "Little Inn" in Kokkinos Pirgos an der Südküste von Kreta gebucht.


Begrüßung



Das Hotel können wir wärmstens empfehlen. Es wird von einem netten Ehepaar (Nikos und Maria) geleitet, die immer freundlich und helfend zur Stelle sind. Die Zimmer sind modern und sauber, so wie das gesamte Hotel. Es wird dort zwar nur Frühstück angeboten, aber dafür bietet der kleine Ort viele gute und preiswerte Tavernen, wo man sich zu zweit für 13,-€ schön satt essen kann. Der Ort sonst scheint ein bißchen im Dornröschenschlaf zu liegen und wird wahrscheinlich die nächsten Jahre noch wachsen und sich entwickeln. Das Little Inn und ein weiteres Hotel sind die einzigen Gästequartiere im Ort. Es gibt einen langen Sand-Kies-Strand mit kostenfreien Liegen und Schirmen und eine Promenade mit vielen Tavernen und Cafes. Da es nicht so viele Hotels gibt, gibt es keinen Massentourismus, was wir sehr angenehm fanden.

Für Ausflüge mieteten wir für 7 Tage einen Kleinwagen, mit dem wir über die Berge der Insel brausten.

Jetzt mach ich mal noch eine Auflistung mit den Ausflügen, die wir so gemacht haben.

Die Samaria-Schlucht
Von der Reiseleiterin wurde uns dieser Ausflug wärmstens empfohlen und da wir ja auch in Österreich gern und viel wandern, dachten wir uns, dass wird kein Problem.
Die Wanderung führte von höchsten Punkt zuerst durch Serpentinen in einem Wald und dann anschließend durch ein Flußbett bis zu Schlucht und anschließend wieder durch bewaldetes Gebiet. Bis zum Meer betrug die Distanz 12,3km und man musste ca. 1000 Höhenmeter abwärts überwinden. Wer nach Kreta fährt, um diese Wanderung zu machen, sollte auf jeden Fall ordentliche Wanderschuhe, vielleicht noch einen Walkingstab mitnehmen. Ich hatte leider nur dünne Sneaker an, das festeste Schuhwerk, dass ich mithatte.. damit wurde die Wanderung ganz schön quälend, da vor allem im Flussbett nur runde Steine sind, die man mit solchem Schuhwerk einzeln spürt. Ein sicheres Auftreten wurde so zum Wackelakt. Zumindest für mich... Da waren auch ein paar Mädels, die schwebten durch das Flussbett, als wären sie shoppen in einem Einkaufszentrum.
An vielen Rastplätzen kann man frisches Quellwasser schöpfen und sich erfrischen. Darum genügt eine 1l oder 0,5l Wasserflasche, da man diese immer wieder auffüllen kann.
Für das Auge ist diese Wanderung auf jeden Fall etwas, die Landschaft wechselt und man erlebt viele schöne optische Highlights, bei dem die 4m enge Schlucht im letzten Drittel der Wanderung nur eines ist... hier ein paar Bilder :)



Der Eingang zur Schlucht


Sollte es nicht mehr gehen, hätte einen auf solch ein Maultier raustransportiert


Ein Blick in die Natur


Steinfiguren am Weg - hatte was vom Blairwitch Project..


Blüte


Die Schlucht



Das einzig Doofe an dem Trip war, dass man am Meer mit einem Schiff an der Küste entlang zu dem Ort geschippert wurde, an dem man mit den Bussen abgeholt wurde... Das war nicht das eigentlich Schlimme, sondern das es auf dem Schiff wie auf einem Flüchtlingskahn war.. übervoll, viele mussten stehen. Wir ergatterten noch Sitzplätze.. naja, wir saßen mit der halben Pobacke auf dem Ende der Bank..

Ansonsten können wir diesen Trip wanderfreudigen Menschen empfehlen - die richtigen Schuhe natürlich vorausgesetzt ;)

Knossos
Die größte und bekannteste Ausgrabungsstätte der Insel. Vom Entdecker wurden Teile des Palastes rekonstruiert. Dieses wird ihm zum Vorwurf gemacht, aber für die Besucher gibt es so eine Menge zu sehen. Vor dem Eingang bieten viele Reiseleiter für kleines Geld Führungen durch den Palast an. Viele Besucher entdecken den Palast aber auf eigene Faust und so hat man viele einzelne Leute und nicht so viele große Touristengruppen wie bei meinem letzten Besuch anfang der 90er Jahre. Sehr gut finde ich, dass Kinder bis 16 Jahre freien Eintritt haben. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.



Knossos


Stierfresko


Delphinfresko in der Königinnenkammer


Knossos


Festos

Ein weiterer Ausflug führte uns zur zweitwichtigsten Ausgrabungsstätte der Insel: Festos. Im Gegensatz zu Knossos ist diese Palastanlage nicht restauriert worden, sondern die Überbleibsel wurden so belassen, wie man sie ausgegraben hat. Dadurch ist die Anlage nicht ganz so spektakulär, vieles muss die geistige Vorstellungskraft übernehmen, um die Räume und den Palast lebendig werden zu lassen. Viele Schilder klären über den Palast, seine Geschichte und Ausgrabung aus.
Ansehnlich ist es auf jeden Fall und für einen halben Tagesausflug ist man gut beschäftigt. Auch ist die Anlage nicht so überlaufen. Den Eintrittspreis hab ich nicht auf dem Schirm, aber ich glaube er betrug so um die 6,-€. Nehmt auf jeden Fall Wasser und eine Mütze mit und flüchtet ab und an in den Schatten, in der Sonne kann es natürlich sehr heiß werden.



Der Eingangsbereich von der Oase in die (Steinwüste):)


Infoschild


Palastsaal



Der Westhof



Rhetymnon
Wir haben natürlich auch die Städte besucht und haben uns, was die Größe angeht immer weiter gesteigert. Die erste und "kleinste" Stadt war Rhetymnon im Norden der Insel. Die Stadt ist für Großstädter wie uns ziemlich überschaubar gewesen, wir konnten uns mit unserer kleinen Karte gut orientieren und haben sogar einen Parkplatz an der Grenze zur Altstadt bekommen. Wir haben dort keine Museen besucht, sondern sind nur durch die Stadt flaniert, haben ein Eis gegessen und uns den kleinen venezianischen Hafen angesehen. Doch, wir haben uns doch etwas angesehen: Und zwar die venezianische Festung, am Hafen der Stadt. Die ist auf jeden Fall einen Ausflug wert und man hat einen schönen Blick aufs Meer. Leider gehen die Touristen nicht pfleglich mit der Anlage um... in Häusern und Höhlen auf der Festung findet sich viel Müll und unschöner Geruch.

Kirche


Turm


Blick von der Festung





Chania
Chania war die nächstgrößere Stadt, das Verkehrschaos nahm schon beträchtlich zu. Auch hier gibt es einen venezianischen Hafen und einen türkischen Leuchtturm. Am Hafen wird man auch hier von den Restaurants beworben und es werden Schiffstouren aufs mehr für günstiges Geld angeboten (wir hatten aber keine Lust und haben keine gemacht). Da wir an diesem Tag noch weiter in den botanischen Garten wollten, sind wir auch hier nur durch die ruhigen, schönen Gassen spaziert und haben uns ein schönes Mittagessen am Hafen gegönnt.



Der Hafen


Der Leuchturm


Gässchen


Im Restaurant



Iraklion
Diese Stadt ist riesig groß, man findet sich echt schwer zurecht und muss gerade wenn man auf eigene Faust unterwegs ist, echt aufpassen. Wunderschön ist die Stadt nicht, sie ist einfach eine Großstadt. Wir verbanden den Besuch mit dem Besuch von Knossos. Durch die Innenstadt sind wir auch spaziert, aber nach dem Mittagessen war wohl Siesta, sonst wäre ich gerne ein bißchen shoppen gegangen, so aber waren die Geschäfte nachmittags schon zu. Sonst kann man da bestimmt gut einkaufen :)
Wir waren auch im archäologischen Museum, welches auch ein absolutes Muss ist. Leider waren die Umbauarbeiten nicht abgeschlossen (sollte eigentlich im April 2010 fertig sein). So gab es nur einen U-förmigen Raum, in welchem die wichtigsten Exponate ausgestellt waren - man durfte diese sogar fotografieren.

Der McDonalds in Iraklion - wir haben ihn gefunden :D


Der berühmte Stierkopf


Im Museum



Der botanische Garten
Diesen habe ich auf der Fahrt zu Samaria-Schlucht vom Bus aus entdeckt und ihn gleich auf unsere Liste gesetzt. Der Garten liegt kurz vor der Schlucht unterhalb der Stadt Chania. Man erhält neben der Eintrittskarte (glaub der Eintritt hat 4/5,-€ gekostet) eine Flasche Wasser und auch einen Schirm, damit man in der Sonnenglut nicht abklappt. Dieser Garten hat mir von allen besuchten Orten fast mit am besten gefallen. Wir waren nachmittags dort und außer uns war niemand mehr in der Anlage (der größte Teil der Besucher kommt wohl eher vormittags). Im Garten selbst findet man Pflanzen, Obstbäume, Gemüsepflanzen und Kräuter aus aller Herrenländer. Es gibt einen schönen Orangenhain, einen Weinberg und vieles mehr. Schilder an den meisten Pflanzen in griechisch und englisch klären einen über die Pflanzen auf. Der Weg durch den Garten führt an einem Berghang herab zu einem See und dann wieder herauf. Den Garten solltet Ihr auf jeden Fall besuchen :)

Olivenbaum


Blüte


Orangenhain



Der Kournas See
Als nächtes möchte ich Euch gerne diesen See ans Herz legen. Dieser liegt gleich in der Nähe von Georgioupolis. Er hat eine kleine mysteriöse Geschichte. Am See kann man schön essen gehen, sich Tretboote mieten, mit denen man über den See fahren kann. Besonders schön ist die Windstille. Ansonsten ist es an den schönen Stränden Kretas eher windig, dort hält sich das in Grenzen und man im See selbst wunderbar baden. Es ist möglich dort Liegestuhl und Schirm zu mieten. Wir haben uns aber ganz romantisch unter einen Eykalyptusbaum gelegt - hat man ja auch nicht oft die Gelegenheit dazu und außerdem riecht das so toll :)

Blick auf den See I


Blick auf den See II


Unterm Eykalyptusbaum




Strände
Jetzt noch ein Wort zu den Stränden die wir besucht haben. Der erste Strand war der Komos Beach: sehr lang, relativ ruhig, die Leute verlaufen sich gut. Allerdings war es dort immer ziemlich windig, so dass wir förmlich weggeweht wurden. Dafür kann man dort toll in den Wellen toben.


Georgioupolis: Sehr lang, super schöner Sand..leider waren wir wohl an dem einen Ende, welches ein bißchen dreckig war.. da lag halt Müll herum.. nich so schön.. windig wars auch und darum hat der Bademeister auch keinen ins Wasser gelassen. Hat mir da so mittelgut gefallen.

Frankokastello: Ein wunderschöner Strand mit einem alten Kastello im Hintergrund (das nicht groß ist, aber das man auch kostenfrei angucken kann). Der Strand ist schön feinsandig, aber auch ziemlich überlaufen... das macht das windstille Meer, dass zum Baden mehr als einlädt aber wieder wett - ich fand ihn toll :)


Preveli:
Besucht man diesen Strand kann man auch gleich das Kloster, welches sich dort in der Nähe befindet, mitnehmen. Um zu diesem Strand zu gelangen muss man ca. 10min bergab wandern und sollte dafür auch gut zu Fuss sein. Ansonsten kann der Strand nur mit Booten erreicht werden (wo die losfahren weiß ich allerdings nicht). Der Bootsverkehr ist wohl Schuld, dass der Strand knackevoll ist, das war schon richtig ätzend. Da unser Schirm im ewigen Wind auch den Geist aufgegeben hatte (man kann sich für wenig Geld - 6,- bis 8.-€ - einen transportablen Schirm kaufen), wollten wir gern in den Schatten, aber es war so voll, dass wir keinen abbekamen und nach 3 Stunden in der Sonne hab ich dann bei Aufstieg erstmal nen Sonnenstich bekommen. Also immer schön trinken.. wäre der Strand nicht so voll, wäre er toll. Vor allem die Felsformationen im Wasser sind ein echter Hingucker



So, jetzt hab ich Euch mit Infos zugeschüttet, vielleicht helfen sie ja dem einen oder anderen. Wer war schon mal auf Kreta? Und was könnt Ihr sonst noch empfehlen?

Liebe Grüße
Franzi

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